OGL- Horb -  Gemeinsam für Nachhaltigkeit und eine bessere Umwelt


Kommunalwahl am 26. Mai 2019

 

»Wir werden mit allen Kräften gefordert sein«

Da in einem knappen Jahr Kommunalwahlen sein werden, hatte die Offene Grüne Liste (OGL) zu einer ersten Gesprächsrunde ins Café Reinhard eingeladen. Außer den früheren Kandidaten und Begleitern der OGL-Gemeinderatsfraktion waren unter anderen Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Hau und Holzwiese und der Initiative gegen das neue Wasserkraftwerk in Mühlen dabei, teilt die OGL mit. Kristina Sauter, ehemalige OGL-Stadträtin, begrüßte die Runde und begründete das frühe Aktivwerden mit personellen Veränderungen, die auf die OGL zukämen. Es sei wichtig, wieder eine umfängliche Liste zusammenzubekommen und dazu ein gutes Programm. In Horb werde zwar durch die Bürgerschaft eine lebendige Demokratie gelebt, aber im Gemeinderat bilde sich das nicht ab. Meist übe sich der Gemeinderat in braver Gefolgschaft. Die OGL sah sich immer und sieht sich als Vorkämpfer. Stets habe sie in einem frühen Stadium Themen aufgegriffen, die im Gemeinderat erst viel später in ihrer Bedeutung erkannt wurden. Die Fraktion sollte unbedingt größer werden, um die Arbeit in den Ausschüssen besser aufteilen zu können. Auch die Öffentlichkeitsarbeit solle offensiver stattfinden. Im Anschluss erklärte Elisabeth Schneiderhan, dass es ihr als Stadträtin immer um die Belebung der Innenstadt gegangen sei: »Horb hat Potenzial. Man kann die Menschen in die Innenstadt holen, wenn man hier etwas anbietet.« Nur Lippenbekenntnisse im Gemeinderat seien ihr aber zu wenig gewesen, so habe sie ihr Café Reinhard realisiert. Die Kehrseite sei nun, dass sie keine Zeit mehr für ein neues Mandat habe. M arkus Pagel als Fraktionssprecher stellte nochmals die Anträge der vergangenen Jahre vor und betonte, dass es vor allem um jugendgerechte Themen gegangen sei: ein Naturfreibad für Horb, ein gesichertes Radwegenetz, bezahlbares Wohnen für junge Familien, Maßnahmen, die dem dramatischen Abwandern von Jugendlichen, wie sie kürzlich in einer Untersuchung festgestellt wurde, entgegen wirken könnten. Andere Anliegen waren der Natur- und Umweltschutz, mehr Grün in der Stadt, langfristige Stadtgestaltungspläne und der Abbruch der Gewerbeansiedlungsplanung bei Ahldorf. Hierzu hatte die OGL im Mai einen umfassenden Fragenkatalog eingereicht, der bis heute nicht beantwortet ist. Der anwesende Kreisrat Walter Trefz betonte, dass die Stadt in die Pflicht genommen werden müsse, so etwas in Monatsfrist zu beantworten. Wolf Hoffmann, ebenfalls Kreisrat, griff den Faden auf: »Wir sind nur als Team erfolgreich. Wir benötigen sowohl auf Gemeinde- als auch auf Kreisebene viele Kandidaten. Ich kandidiere – da nun im Ruhestand – sowohl für den Kreistag als auch für den Gemeinderat. Wir werden mit allen Kräften gefordert sein. Ich erwarte das auch von euch allen. Es wird außerdem eine AfD-Liste kommen. Wir müssen ihr entgegen treten.« Nach einem deutlichen Applaus meldete sich Ilse Braitmaier zu Wort. Sie werde wieder kandidieren. Sie habe vor allem in den Arbeitskreisen als OGL-Stadträtin gute Erfahrungen gemacht. Auch Thomas Bauer, bisher für die Freien Wähler im Sanierungsausschuss, könne sich vorstellen, bei der OGL zu kandidieren. Schließlich gab Walter Trefz ein nachdenkenswertes Statement ab. Es müsse für Grüne und Grünnahe ein Leitmotiv geben mit dem Motto »Umgang mit unserem Erbe«. Das umfasse den Schutz der Wälder und Felder, den Einsatz für bäuerliche Landwirtschaft, den Erhalt der gewachsenen Kulturgüter und der sozialen Strukturen. Passend in ein solches Leitbild stellte Karin Bandomer ihre Bedenken gegen das neue Wasserkraftwerk in Mühlen vor. Die Mühlener seien nicht wirklich aufgeklärt darüber, was von ihrer alten Neckarlandschaft übrig bliebe, wenn der Plan so ausgeführt würde. Kritische Worte kamen letztlich von Winfried Asprion. Ihm fehlen die großen Visionen, anders gesagt, ein Masterplan und eine entschiedenere Herausforderung an die Verwaltung und den Oberbürgermeisters, ehrlicher mit Kosten und Nutzen umzugehen, heißt es in der Mitteilung weiter. Auch dürfe die OGL nicht so kernstadtfixiert sein, sondern müsse sich ebenso um die Ortschaften kümmern. Diese Anregung wurde sogleich aufgegriffen. Noch vor der Sommerpause soll eine Begegnung in Ahldorf zwischen BI Hau und Holzwiese stattfinden, und nach den Sommerferien hat man sich einen Besuch in Mühlen, anlässlich des geplanten Wasserkraftwerks vorgenommen.

 

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